„Kattenspöök“ schafft gute Laune im Saal

Wümme Zeitung 18.3.2009

Steffi Walendzik und Hauptdarsteller Hans Gerd Wendelken als HeinBolle überzeugen mit einer tollen schauspielerischen Leistung. Jsc

„Kattenspöök“ schafft gute Laune im Saal
Theatergruppe Neu Sankt Jürgen feiert gelungene Premiere mit ihrem neuen Vierakter


Von Johann Schriefer

Worpswede-Nen Sankt Jürgen. Für diese Saison hatte die Theatergruppe des Heimatvereins Neu Sankt Jürgen sich für die Komö die „Kattenspöök“ entschieden, und damit landet sie bei ihren treuen Fans einen Volltreffer. Bei der Premiere im vollbesetzten Saal des Gasthauses Tienken massierten die Darstellerinnen und Darsteller ein ums andere Mal die Lachmuskeln der Gäste, und die wiederum sparten nicht mit Applaus.
Zu Beginn hieß Vorsitzender Wolfgang von Oehsen die Besucherinnen und Besucher willkommen. Dabei erwähnte er, dass die Gruppe mittlerweile seit 40 Jahren besteht, und in dieser Zeit habe sie ein Stück noch nie wiederholt. Regisseurin Irmtraut Christgau erklärte, dass es bei dem Vierakter aus der Feder von Bernard Fathmann um Gesundheit und Liebe gehe. Dazu wünschte sie allen viel Spaß.
Die Handlung spielt sich in der Stube von Hein Bolle (dargestellt von Hans Gerd Wendelken) und seiner Ehefrau Ella (Edeltraut Becker) ab. Zu Beginn gibt es bereits die ersten Heiterkeitsausbrüche, als Ella als typische Hausfrau die gewaschene Unterwäsche in den Korb packt und dabei auch einige Beamtenwitze vom Stapel lässt. Die kann Hein, seines Zeichens Amtmann bei der Kreisverwaltung, überhaupt nicht ab. Zudem möchte Ella das schöne alte Fachwerkhaus verkaufen und einen Bungalow in der Kreisstadt erwerben.
Dann ist da noch die kränkliche Tante (Steffi Walendzik) im Hause, die nur mühsam gehen kann. Sie redet Hein ein, dass er — genau wie sein Großvater — als Wunderhei1er geboren ist und nicht nur ihr, sondern vielen Menschen helfen kann~ Hein glaubt allerdings nicht daran. Er findet aber beim Aufräumen die alte Kiste seines Großvaters mit vielen Heilungsutensiien und einer Zeitschrift aus dem Jahre 1929 mit dem Bericht „Hein Bolle, der Wunderheiler aus dem Teufelsmoor“. Dabei ist auch ein Zauberspruch, mit dem Hein plötzlich einen Geist (Heiner Kück) zu sich ruft. Der hält sich sonst in seinem Medium, und das ist der Kater des Hauses, auf. Ab nun wird es richtig spannend auf der Bühne, und ein Heiterkeitsausbruch jagt den nächsten. Die Leute erzählen von ihren Leiden, der Geist diktiert die Rezepte und Hein gilt schon bis Hamburg als der große Wunderheiler. Und die Tante braust wieder mit ihrem Moped durch das Dorf. Tochter Eva (Nicole Knop) möchte gern den Assistenzarzt Dr. Klaus Grote (Andreas Struß) für sich gewinnen, aber der interessiert sich nur für Heilpflanzen. Hier hilft ein Fruchtbarkeits-Sud, der den beiden sogar Drillinge beschert, weiter. Außerdem kreuzt auch noch Landwirt Waldemar (Hermann Wrieden), dem die Kuh Alma Probleme bereitet, auf. Wie die. Handlung schließlich ausläuft, soll hier noch nicht verraten werden.
Hans Gerd Wendelken geht in seiner Hauptrolle mit einer starken Leistung förmlich auf. Mit Edeltraut Becker hat er eine großartige Darstellerin an seiner Seite. Zu den bewährten Kräften gehören auch Heiner Kück, Nicole Knop und Andreas Struß. Zum ersten Mal ist Steffi Walendzik dabei. Das ist ihr nicht anzumerken, denn sie füllt ihre Rolle routiniert aus. Thea Stelljes und Heike Brinkwirth, die für die Maske zuständig sind, verstehen es, die 35-jährige Steffi um das Doppelte an Jahren altern zu lassen. Hermann Wriedens Part hat Irmtraut Christgau erfunden, denn der als Original bekannte Mitspieler sollte diesmal hicht außen vor bleiben. Er ist dann auch eine Bereicherung in dieser heiteren Komödie, in der Irmtraut Christgau hervorragend Regie führt.
Die Freunde des plattdeutschen Laienspiels, die bei der Premiere nicht dabei sein konnten, können sich das rund zweieinhalb Stunden dauernde Stück noch am 22., 28. und 29. März sowie am 5., 9. und 13. April in Tienkens Saal anschauen. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei Angelika Thölken, Telefon 04792 / 1244 oder 988646, sowie bei Irmtraut Christgau, Telefon 047 94/96 30 32.

 

FOTOS: HENNING HASSELBERG

Unser Szenenfoto aus der sehr unterhaltsamen Komödie zeigt den Wunderheiler Hans Gerd Wendelken (liegend) und den Geist Heiner Kück. JSC